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FIV (Katzen Aids)

Die Erkrankung am Felinen Immunschwäche Virus (FIV) wird auch als Katzenaids bezeichnet. Der Virus gehört, wie beim menschlichen AIDS, zu den Retroviren.

Bei unseren Haus- und Rassekatzen ist das Virus nach Studien bei 1,5 Prozent gesunder Katzen bis zu 15 Prozent bei kranken Tieren nachweisbar.

Vorbeugung: Mit großer Sicherheit kann eine Infektion nur dann verhindert werden, wenn eine Katze ausschließlich mit FIV-negativ getesteten Tieren zusammenlebt. Bei freilaufenden Katzen kann eine Ansteckung nicht verhindert, das Risiko aber durch Kastration und nächtliches Ausgangsverbot reduziert werden.Im Gegensatz zu anderen Infektionskrankheiten steht in Deutschland gegen die FIV-Infektion gegenwärtig noch kein Impfstoff zur Verfügung.In den USA ist ein Impfstoff erhältlich, der allerdings in Deutschland aufgrund unterschiedlicher Virenstämme nicht greifen soll. Die bereits für Herbst 2003 angekündigte Einführung des Impfstoffes auf dem deutschen Markt hat daher bis heute nicht stattgefunden.

Symptome: Infizierte Katzen bleiben oft über einen längeren Zeitraum hinweg unauffällig. Bei Jungtieren, älteren oder geschwächten Tieren, bei denen das Immunsystem bereits angegriffen ist, kann FIV dazu führen, dass üblicherweise eher ungefährliche bakterielle Infektionen oder Viruserkrankungen zu schweren Erkrankungen führen.

Mögliche Krankheitsanzeichen sind struppiges Fell, Appetitlosigkeit oder länger anhaltendes Fieber. Hautentzündungen, Entzündungen der Maulhöhle, der Atmungsorgane oder der Blase sind ebenfalls häufige Erscheinungen. Desweiteren können starker Gewichtsverlust oder die Neigung zur Tumorbildung an den Lymphknoten auf eine FIV-Erkrankung hindeuten.

 

 

Diagnose: Die Symptome von FIV ähneln auch der Leukose (FeLV). Daher ist es oft schwierig genau zu diagnostizieren, um welche der beiden Krankheiten es sich tatsächlich handelt. Für eine sichere Diagnose müssen genaue Laboruntersuchungen (Bluttest mit Nachweis spezifischer Antikörper gegen das FIV) durchgeführt werden.Die Diagnose wird nach dem Vorbericht, der Symptomatik und vor allem dem FIV-Antikörpertest gestellt. In den meisten Tierarztpraxen stehen zum Nachweis einer FIV-Infektion Testverfahren zur Verfügung.Ein positives Testergebnis besagt zunächst, dass die Katze infiziert ist. Da jedoch auch falsch-positive Testergebnisse vorkommen, sollte man zur Sicherheit eine Kontrolluntersuchung nach einer anderen Methode vornehmen. Bei unklarem Laborergebnis bringt eine Kontrolle nach 8-12 Wochen meist Aufschluss.

Krankheitsverlauf: Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich. Sie kann Monate betragen, aber auch mehrere Jahre. Mit dem Blut gelangt der Virus zunächst zum Lymphsystem, d.h. alle Lymphknoten vergrößern sich. Dieses Stadium wird vom Besitzer meist nicht bemerkt. Tage bis Wochen später kann die Katze Fieber und einen Abfall der weißen Blutzellen (Leukopenie) entwickeln. Später kann auch Anämie, also ein Abfall der roten Blutzellen entstehen. Die FIV-Infektion führt, ähnlich wie die Infektion mit Katzenleukose, zu einer Schwächung des Abwehrsystems, in deren Folge es zu den verschiedensten Krankheitszeichen kommen kann. Erkrankte Katzen können noch sehr lange sehr glücklich und schmerzfrei leben, daher ist eine Einschläferung auf Grund eines positiven Befundes meist nicht nötig. Sollte sich aber nach gewisser Zeit herauskristallisieren, dass es für die erkrankte Katze keine Hoffnung mehr gibt und die Katze sich quält, sollte man so verantwortungs- und respektvoll handeln und das Tier von weiteren Leiden erlösen.

Übertragung: FIV wird durch Biss- und Kratzverletzungen sowie beim Geschlechtsakt übertragen, die größte Ansteckungsgefahr besteht bei Freigängern. Es besteht auch das eher geringere Risiko, dass der Katzennachwuchs bereits vor oder während der Geburt bzw. durch die Muttermilch infiziert wird. Eine Übertragung auf andre Tierarten oder den Menschen ist nicht möglich.

Behandlung: Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, durch eine gezielte Therapie das FIV aus dem Körper der Katze zu eliminieren. Die Behandlung beschränkt sich auf die auftretenden Symptome, den Schutz vor möglichen Sekundärinfektionen und die Stärkung der Abwehrkraft. Da wegen der Immunschwäche vor allem bakterielle Infektionen begünstigt werden, lassen sich die Krankheitssymptome oft durch Antibiotikabehandlung verbessern.Eine medikamentöse Anregung des Immunsystems ist oft nicht erfolgreich, ein Versuch kann jedoch unternommen werden.